Brutal effiziente Servettiens setzen gefällige Bieler schachmatt

Von Robert Szendröi
Genève-Servette HC
5
2 - 2 - 1
EHC Biel
3
1 - 1 - 1
05.03.2026
National League
Zuschauer: 7135
2:1‧2:1‧1:1
Spielbericht

Der EHC Biel liefert in der Calvinstadt eine beachtliche Vorstellung ab. Allerdings lassen die mangelnde Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Kasten und das erneut schwache Powerplay keinen Punktezuwachs zu. Dagegen überzeugen die Genfer mit einer gehörigen Portion Effizienz und zocken sich damit zu einem 5:3-Heimerfolg.

Für die Servettiens aus der Calvinstadt steht in der drittletzten Qualifikationsrunde lange nicht so viel auf dem Spiel wie für den EHC Biel von Chefcoach Christian Dubé. Gerne würden sich die Grenats unter den Fittichen von Trainer Ville Peltonen vom fünften Tabellenplatz aus noch ein wenig nach oben hieven, um sich mindestens das Heimrecht für die Playoff-Viertelfinalserie zu sichern, aber in den Playoffs herrschen ohnehin eigene Regeln, die oft mit dem mentalen Zustand des Fanionteams und seines Trainerstabs zu tun haben.

Die Seeländer ihrerseits müssen voll an die Eissplitter, um möglichst mit dem vollen Punktepaket im Kofferraum des schmucken Reisebusses die Heimreise in die Tissot Arena anzutreten. Dabei gilt es, mindestens den zehnten Zwischenrang gegenüber den punktgleichen SCL Tigers aus Langnau sowie den von hinten Druck ausübenden Klotenern zu halten. Die Flieger weisen notabene nur einen Drei-Punkte-Rückstand auf das Duo aus dem Seeland respektive dem Emmental auf.

Somit durften sich die Hockeyfans in der ehrwürdigen Les-Vernets-Halle auf einen attraktiven und spannenden Hockeyabend freuen.

Erstes Drittel

Mit Sicherheit darf behauptet werden, dass die Bieler schwungvoll in die Partie gestartet sind. Zwar mussten sie sich und die mitgereisten Seeländer Anhänger rund zehn Minuten gedulden, bis der 1:0-Führungstreffer der Gäste Tatsache wurde. Dabei schickte Rodwin Dionicio mit einem Zuspiel aus der Defensive Fabio Hofer (10.) am linken Flügel auf die Reise, der schliesslich Servette-Keeper Stéphane Charlin mit einem gekonnten und platzierten Schlenzer ins weitere Toreck bezwang. In der Folge zeigten sich die Dubé-Schützlinge weiter in ansprechender Spiellaune, doch im Abschluss gelang ihnen keine Resultaterhöhung. Im Gegenteil: Die Platzherren waren in Sachen Effizienz ein Paradebeispiel. Zuerst war es der schwedische Grenat Markus Granlund, der nach einem Stockbruch von Biel-Verteidiger Luca Christen an der gegnerischen blauen Linie den Puck erbte und Sturmkollege Jesse Puljujärvi (11.) zum Konterangriff lancierte. Dieser liess im 1-gegen-1 Biel-Hüter Harri Säteri mit einem perfiden Rückhandschuss das Nachsehen. Damit war der provisorische 1:1-Gleichstand hergestellt. Für die Calvinstädter kam es knapp sechs Minuten später noch besser: Diesmal war Marco Miranda (17.) an der Reihe, der nach einem von Tim Berni und Noah Rod provozierten Säteri-Abpraller im Slot profitierte und die Genfer mit 2:1-Toren in Führung brachte.

Zweites Drittel

Die Seeländer Reaktion zum verdienten 2:2-Ausgleich bewerkstelligte Yanick Sablatnig (23.) mit seinem dritten Saisontreffer. Seine Mouche war die Kopie des ersten Gästetreffers durch Hofer, nur diesmal von der rechten Angriffsseite aus, nachdem er von Petr Cajka bedient worden war. Um sich bei den heimstarken Peltonen-Cracks durchzusetzen, sollte man natürlich im Powerplay Eismarken setzen. Ein Ding, das der EHCB ein weiteres Mal verpasste. So kassierten sie sogar einen Shorthander, den Josh Jooris (27.) vor Mitte des Mittelabschnitts erzielte und der die 3:2-Führung der Hausherren bedeutete. Spielerisch und in puncto Einsatzfreudigkeit liessen die Seeländer nichts zu wünschen übrig, aber auch eine doppelte Überzahl während der (zu) kurzen 21 Sekunden liessen sie brotlos verstreichen. Anstatt das angestrebte 3:3-Remis zu realisieren, wurden sie durch die brutale Effizienz der Servettiens mit dem 2:4-Treffer bestraft. Vili Saarijärvi zog von der blauen Linie ab und Simas Ignatavicius (31.) lenkte den Blueliner unhaltbar für Biel-Goalie Säteri in die Netzmaschen ab.

Drittes Drittel

Im dritten Akt hätte es einen schnellen Bieler Anschlusstreffer gebraucht, um seitens der Gäste von einem Punktegewinn zu träumen. Es kam indes anders, weil Noah Rod (44.) nach Vorarbeit seines Teamgefährten Jooris das 5:2 zugunsten seiner Farben markierte. Damit setzte er die Seeländer praktisch schachmatt. Zwar setzten die Gäste im Schlussspurt noch einmal alles auf eine Eisschablone, doch mehr als das dritte EHCB-Goal durch Doppeltorschütze Hofer (56.) wollte der fleissigen, aber im Abschluss sündhaften Truppe aus der Tissot Arena nicht mehr gelingen.

Fazit und Ausblick

Mit dem wichtigen Dreier können sich die Genfer weiter Hoffnungen auf mindestens den vierten Tabellenrang und das Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals machen. Dazu gilt es am Samstag beim HC Ajoie ein weiteres Mal das gesamte Punktepaket abzuholen.

Für die zehntklassierten Bieler hingegen kommt es am Samstag vor eigener Kulisse gegen den direktesten Play-in-Konkurrenten SCL Tigers zum «Showdown». Man muss kein Eishockey-Prophet sein, um zu erkennen, dass der Seeländer Play-in-Traum nur mit einem Sieg gegen die bissigen Emmentaler Tiger erreicht werden kann.

Resultat:

5:3

J. Puljujärvi, J. Vesey, S. Ignatavicius, N. Rod, M. Miranda
F. Hofer (2), Y. Sablatnig