Sgarbossa und Aaltonen sorgen mit ihren sehenswerten Penaltys für den wichtigen Berner Zusatzpunkt

Von Roman Badertscher
SC Bern
2
0 - 1 - 0
EV Zug
1
1 - 0 - 0
05.03.2026
National League
Zuschauer: 15553
0:1‧1:0‧0:0
Spielbericht

Der SC Bern hatte es im vorletzten Heimspiel gegen den EV Zug in der Hand, etwas Druck aus der Endphase der Qualifikation zu nehmen. Mit Marco Lehmann und Emil Bemström meldeten sich zwei schnelle Techniker zurück. Einen Rückschlag musste der SCB vor dem Spiel dennoch in Kauf nehmen. Fabian Ritzmann verletzte sich noch beim Aufwärmen und konnte nicht mittun.

1. Drittel

Etwas mehr als eine Minute war gespielt, ehe Tristan Scherwey nach einem Beinstellen die erste Strafe kassierte. Wir sahen ein gut funktionierendes Powerplay der Zuger, welches Raphael Diaz mit einem Hammer von der blauen Linie erfolgreich abschloss. Daniel Vozenilek nahm Sandro Zurkirchen entscheidend die Sicht.

Der Berner Goalie stand in der Folge vermehrt im Mittelpunkt, denn der SCB wirkte nach dem Gegentreffer gegen ein physisch starkes Zug völlig überfordert. Es war ein Wunder musste Bern nicht schon in den Startminuten den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Eigentlich wäre spätestens nach sechs Minuten ein Time-out fällig geworden, doch Heinz Ehlers ist nicht der Mann, der gerne eine Auszeit nimmt.

Immerhin konnten sich die Berner physisch etwas ins Spiel zurückkämpfen, für richtige Torgefahr musste man aber lange warten. Erst in der 16. Minute konnte der SCB den zweiten Schuss auf Leonardo Genoni abgeben. Es blieb viel Luft nach oben.

2. Drittel

Zu Beginn des Mittelabschnitts nahm der SCB das Spielgeschehen in die Hand und wurde offensiv präsenter. In der 28. Spielminute sorgte der sonst oft überzählige Aleksandr Iakovenko für den eröffnenden Pass durch die Mitte auf Marc Marchon, der Scherwey überliess und dieser einfach mal draufhaute und den Puck im Tor verschwinden sah. 1:1!

Marco Lehmann hatte Sekunden später das 2:1 auf dem Stock und hätte damit das Spiel innert Kürze in eine andere Richtung lenken können. Noch war es nicht soweit. Aber es ist immer wieder erstaunlich, was ein Tor plötzlich für Kräfte freisetzen kann.

In der 32. Minute hatten die Schiedsrichter eindeutig die Zuger Brille auf. Ein vermeintliches Haken gegen Samuel Kreis wurde gepfiffen, doch in der Wiederholung sah man absolut nichts davon. Eine erfundene Strafe, die den Bernern beinahe zum Verhängnis wurde. Mit einem der ersten Abschlüsse landete der Puck an der Torumrandung.

Acht Sekunden waren von der Strafe gegen Kreis noch übrig, als mit Mike Künzle der erste Zuger raus musste. Emil Bemström hatte zwei gute Möglichkeiten, doch Genoni parierte beide. In der 37. Spielminute ging Tomas Tatar vor Zurkirchen völlig vergessen, doch der Slowake kam nicht an den Puck. Das hätte ins Auge gehen können.

Gute 1,5 Minuten vor der Pause verlor Nils Rhyn den Puck an der offensiven blauen Linie und das Laufduell gegen Jan Kovar. Sein Pass auf Gregory Hofmann kam zwar durch den Slot, der Abschluss wurde aber von Zurkirchen mit einer sehenswerten Parade gestoppt. Damit blieb es beim 1:1 nach 40 Minuten.

3. Drittel

Die Mutzen waren bemüht, das Spiel nicht nur defensiv herunterzuspielen, sondern sie zeigten sich auch offensiv verbessert. Immer wieder stand ihnen aber Genoni im Weg. Doch auch Zug war nicht untätig. Bei Bern stand mit Zurkirchen ebenfalls ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten.

Der SCB tat etwas mehr für die Offensive. Lehmann mehrmals und Miro Aaltonen im Alleingang hatten die besten Möglichkeiten kurz vor Drittelhälfte! Je eine weitere Überzahlsituation konnten die Teams nicht für sich ausnutzen. Ein Fehler wird erneut spielentscheidend sein.

Es war für das Berner Gemüt nicht unbedingt ermutigend, dass das letzte Heimspiel in den Schlussminuten aus der Hand gegeben wurde. Etwas beruhigen sollte die Strafe gegen Tatar 1:20 Minuten vor Schluss. Heinz Ehlers nahm zur Überraschung zweier Chronisten doch noch das Time-out.

Das Zuschieben eines zerbrochenen Stocks durch einen Zuger in die Richtung eines Berners wurde nicht geahndet, obwohl die Aktion sehr unsportlich war. Keine Tore im Schlussabschnitt und auch nicht in der Verlängerung, obwohl Ramon Untersander zweimal nahe dran war.

Im Penaltyschiessen, in welchem der SC Bern diese Saison eine gute Statistik aufweist, sorgten Mike Sgarbossa und Miro Aaltonen mit ihren sehenswerten Penaltyschüssen nicht nur für grosses Staunen, sondern auch für den wichtigen Zusatzpunkt!

Weil gleichzeitig die SCL Tigers und der EHC Biel verlieren, schafft der SC Bern mit diesen zwei Punkten und dank der besseren Direktbegegnungen gegen die beiden Teams die sichere Play-In-Qualifikation.

Sandro Zurkirchen, der Mann des Spiels, sagte nach dem Spiel: „Es war ein harter Kampf bis zur letzten Sekunde. Es war wichtig, dass wir kurz vor Schluss standhaft geblieben sind und die wichtigen Punkte heimholen konnten. Wir wussten, dass es um sehr viel geht in den letzten Spielen und sind zufrieden, wie wir heute aufgetreten sind.“

SC Bern – EV Zug 2:1 n.P. (0:1, 1:0, 0:0, 0:0, 1:0)

PostFinance Arena, Bern. – 15‘553 Zuschauer – Schiedsrichter: Lemelin (USA)/Staudenmann, Altmann/Duc.

Tore: 2:34 Diaz (Senteler, Eggenberger) 0:1 PP1, 27:41 Scherwey (Marchon, Iakovenko) 1:1, 65:00 Aaltonen (entscheidender Penalty) 2:1.

Penaltyschiessen: Häman Aktell -, Künzle -, Bemström 1:0, Senteler -, Ejdsell -, Tatar -, Sgarbossa 2:0, Kovar 2:1, Aaltonen 3:1.

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 3 x 2 Minuten gegen den EV Zug.

Schüsse aufs Tor: 25:29 (2:7, 7:11, 14:10, 2:1)

SC Bern: Zurkirchen (Ersatz: Von Burg); Kreis, Loeffel; Häman Aktell, Untersander (C); Rhyn, Iakovenko; Kindschi; Lehmann, Aaltonen, Bemström; Vermin, Sgarbossa, Ejdsell (PF-TS); Scherwey (A), Müller, Marchon (A); Alge, Ritzmann, Levin Moser; Schild.

EV Zug: Genoni (Ersatz: Wolf); Tobias Geisser, Bengtsson; Skelnicka, Diaz; Riva, Stadler; Schlumpf; Kubalik (PF-TS), Tatar (A), Hofmann (A); Vozenilek, Senteler, Künzle; Lindemann, Kovar (C), Eggenberger; Antenen, Leuenberger, Wey.

Bemerkungen: SC Bern ohne Füllemann, Simon Moser, Lindholm, Graf, Baumgartner (verletzt), Merelä, Reideborn (überzählig), Fuss, Henauer, Riatsch, Ryser (Swiss League), Bont, Serkins, Zürcher (Nachwuchs). EV Zug ohne Guerra, Wingerli, Martschini, Herzog (verletzt), Mischa Geisser, Lilja (überzählig). – 58:40 Time-out SC Bern.

Resultat:

2:1 nP

T. Scherwey
R. Diaz